Donnerstag, 8. November 2007

Return of the Kammerjäger

Wie bereits vermeldet, wird hier seit gestern geheizt. Da nun alle meine Heizkörper über ein eigenes Ventil verfügen und man hier als Dichtungsmaterial nicht die von zu Hause gewohnten Gummiringe sondern Schnur verwendet, begann es mancherorts zu tropfen. Deshalb war heute der Heizungstechniker (na, ja eher der Mann mit dem grossen Schraubenschlüssel für fast alles) mit seinem Fahrer da. Ja, der hat einen Fahrer (mit einem Fahrrad). Die beiden kamen also - auf Fahrradsattel und Gepäckträger verteilt - heute Vormittag bei mir an, der Mann für fast alles hat frische Schnur in die Ventile gewickelt (die Reste der alten Schnur muss ich noch wegstaubsaugen) und das wars mit dem Getropfe. Dummerweise stand während der ganzen Zeit meine Tür offen und als ich heute Abend nach Hause kam, traf ich meinen alten Spezi, die Maus.

Während bei unserer ersten Begegnung eines Nachts um vier beinahe ich den Kürzeren gezogen hätte, waren die Karten heute anders verteilt. Ich war hellwach, meine Sinne geschärft von zwei Stunden erfüllt mit Vorträgen über kinematische Fits. Meine Möbel sind unterdessen engstmöglich an die Wände gerückt - es gibt kein Entkommen mehr. Und vor allem hatte ich die Kommentare zu meinem Blog gelesen und musste nur noch eine Entscheidung zwischen Silvans Bierglas-Kranich-Methode und Bennos Posterrollen-Besenstiel-Technik treffen. In Ermangelung eines Bierglases (über das harte Leben eines Weintrinkers werde ich mich bei anderer Gelegenheit auslassen) griff ich also zur Posterrolle und dem Mopstiel und im ersten Anlauf war die Maus draussen. Sogar noch rechtzeitig, um für die Chinesischstunde Wasser heiss zu machen (wie alle richtigen Chinesen trinkt meine Chinesischlehrerein Wasser nur heiss).

In diesem Sinne kann ich meinen geschätzten Lesern nur empfehlen, Blogs (und Kommentare) zu schreiben - man lernt dabei viele Fähigkeiten für den täglichen Kampf ums Überleben zwischen Mensch und Getier - zumindest in geologischen Zeiträumen sind die Nichtblogger dem Aussterben geweiht.

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