Dienstag, 17. März 2009

Manzhouli - Der Reise erster Tag/zweiter Teil

Für das Verständnis des Folgenden ist die Lektüre des vorhergehenden Posts zwar nicht zwingend, aber doch sehr empfehlenswert.
Nachdem wir darauf verzichtet hatten, gegen Eintritt den Grenzübergang zu besichtigen, fuhren wir auf sechspuriger, leerer Strasse in Richtung Manzhouli Downtown. Unterwegs gab es allerhand schönes zu sehen; erst mal Messehallen, auf die manche Messestadt neidisch wäre. Dann erhob sich ein aus mehreren Gebäuden bestehendes Museum (wofür auch immer) aus der Steppe, das leider noch nicht geöffnet ist, aber architektonisch viel her macht.

Museum at the Border, Manzhouli (by niklausberger)

Museum at the Border, Manzhouli (by niklausberger)

Gleich anschliessend beginnt ein Skulpturenpark, wo sich beinahe originalgrosse Kopien von Monumentalwerken des sovjetischen sozialistischen Realismus finden. Darunter so grossartige Werke wie "Arbeiter und Kolchosenbäuerin" von Vera Mukhina (Original geschaffen für die Weltausstellung 1937 in Paris und dann nach Moskau gezügelt) oder "Mutterland", die im Original 85 m hohe Statue zum Genken an die Schlacht von Stalingrad (die Kopie bringts auf immerhin 37 m Höhe...).

Manzhouli Socialist Realism Sculpture Garden (by niklausberger)

Manzhouli Socialist Realism Sculpture Garden (by niklausberger)

Manzhouli Socialist Realism Sculpture Garden (by niklausberger)

Daneben gabs auch diverse etwas kleinere Werke, die wir nicht direkt zuordnen können; die im sozialistischen Realismus bewanderten Leser dieses Blogs (ich weiss, dass es da SP-Wähler gibt...) werden um sachdienliche Hinweise zum Original folgender Werke gebeten:

Manzhouli Socialist Realism Sculpture Garden (by niklausberger)

Manzhouli Socialist Realism Sculpture Garden (by niklausberger)

Neben dem sozialistischen Realismus beginnt der Matrjoschka-Garten (man beginnt das Zielpublikum des ganzen zu erahnen). Da steht die (wie könnte es anders sein) weltgrösste Matrjoschka-Puppe, im Zeichen der Völkerverständigung mit einem Chinesischen, einem Russischen und einem Mongolischen Gesicht. Im Hintergrund zu sehen sind übrigens die Sporthalle (10'000 Plätze) und die Baustelle für ein gigantisches Stadion.

Worlds Largest Matryoshka Doll (by niklausberger)

Die kleinen Matrjoschkas rundherum stellen übrigens berühmte Persönlichkeiten aus aller Herren Länder dar, darunter auch ein in China weit herum bekannter Schweizer:

Roger Federer Matryoshka (by niklausberger)

In der aufgenieteten Kurzbiographie Roger Federers ist dann aber vor allem von seinen Fussballtalenten die Rede.

Roger Federer Matryoshka (by niklausberger)

Das ganze war schon fast unheimlich Menschenleer. Auf der anderen Strassenseite erhebt sich ein gigantisches Russisches Restaurant aus der Prärie, im Hintergrund ahnt man Industrie.

Russian Restaurant (by niklausberger)

Yiemlich durchgefroren machten wir uns dann auf den Weg ins Hotel. Das befand sich wiederum in einem eineinhalbjährigen Hochhaus (das aber bereits wieder so heruntergekommen ist, dass ich es auch ca 1965 geschätzt hätte. Darin befindet sich auf jedem Stockwerk entweder ein Schönheitssalon, ein Bordell oder ein Hotel bzw. eine beliebige Kombination aus den dreien. Andreas und ich erhielten ein sehr geräumiges, wenn auch nicht übermässig möbliertes Zimmer mit fliessendem Wasser, Heizung und nur einer (sehr kleinen) Kakerlake im Bad zugewiesen (bei anderen Reisegenossen war das zum Teil anders).

Manzhouli Hotel Room (by niklausberger)

Der Blick aus dem Fenster entschädigte für die spärliche Möblierung; an den Fassaden Manzhoulis ist nichts spärlich.

Manzhouli in the Evening (by niklausberger)

Den ersten Tag beschlossen wir bei einem hervorragenden und extrem günstigen Hotpot.

After the Hotpot (by niklausberger)

In Bälde auf diesem Blog: Berichterstattung vom zweiten Tag, wo von Kohle, Dampfloks und -Kränen, grossen Muscheln und einer gotischen Kathedrale die Rede sein wird. Bis dahin gibts hier die komplette Diashow vom ersten Tag.

Kommentare:

  1. werk 1: Robocop hat im sozialismus nichts zu tun

    werk 2: zwei schwule streiten sich um einen blowjob

    voila, wo die originale stehen weiss ich auch nicht.

    c.

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  2. Das ist ja mal wieder typisch für die SP-Wähler: Der sozialistische Realismus wird der moderne Übergestülpt ob es passt oder nicht. Vom Unterbau natürlich keine Ahnung... Liest denn hier niemand mehr Marx?

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