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Donnerstag, 1. April 2010

Pekingente

Pekingente ist das traditionelle Gericht in Beijing. Nur ganz spezielle Enten werden in ganz speziellen Restaurants von ganz speziellen Köchen ganz speziell zubereitet. Gemeinhin sind die Rezepte streng geheim und werden - in einer speziellen Schrift, die nur Pekingentenköche lesen können - vom Vater auf den Sohn weitergegeben. In nächtelanger Arbeit, unter dem Einsatz grosser Mengen von Baijiu (weissem Alkohol, oft fälschlicherweise als weisser Wein übersetzt), ist es mir gelungen, an das Rezept zu gelangen. Hier nun also exklusiv für meine Leser...

Man nehme eine männliche Mandarinente, am besten in der Balz:

Mandarin Duck (by niklausberger)

Ist gerade keine zur Hand, tuts auch eine Stockente

Mallard (by niklausberger)

Und falls einem diese schönen Tiere zu schade sind, kann man auch eine von den weissen Enten nehmen. (Das grau ist von der Luftverschmutzung, vor Gebrauch drum gut unter kaltem Wasser abspülen).

Ducks on the Yalu (by niklausberger)

Dann muss man die Ente federn, ausnehmen und am Hals aufhängen. Dann wirds erst richtig kompliziert. So kompliziert, dass ich davon nur abraten kann. Ehrlich. Und schade um die Ente ist es auch wenn man es nicht richtig kann. Drum empfehle ich für den Heimgebrauch die abgespeckte Version des Rezepts. Ohne Ente. Auch ohne den Pfannkuchen und die Pflaumensauce. Dafür im praktischen Pappbecher - man muss nur Wasser kochen können. Und typischer für China ist es eh. Man man chi ni de fangbianmian!

Fangbianmian (by niklausberger)

Dienstag, 9. Februar 2010

Beijing, Brennweite 50mm

Irgendwie beginne ich die Welt in Bildausschnitten zu sehen. Samstags hatte ich fast den ganzen Tag mein 50mm Objektiv aufgeschraubt und spayierte durch die Hutongs. Hier ein paar Bilder... (Und hier eine Diashow).

Chair, Guitar and Mop, -2°C (by niklausberger)

Beijingren (by niklausberger)

Bike (by niklausberger)

Chair (by niklausberger)

Belly (by niklausberger)

Montag, 8. Februar 2010

Reisen mit Chinanik: Lijiang II

Es ist wieder Montag, ich sitze wieder vor meinen vielen Tastaturen und möchte den geneigten Leser mit ein paar Bildern beglücken... Zuvor noch ein paar Ankündigungen, die ich wohl nicht so bald erfüllen kann, aber wie auch immer... Am Wochenende war ich mal wieder mit Kamera und Kollegen in Beijing unterwegs und ich denke, es sind ein paar ganz nette Sachen dabei rausgekommen. Insbesondere die Verbotene Stadt mit Schnee hat es mir angetan - die Ruhe und das viele Weiss unterstreichen noch die Majestät dieser grossartigen Anlage. Doch wie so oft sind es ein bisschen viele Bilder geworden, bis ich mich da durchgekämpft habe, könnte es eine Weile daueren. Bis dahin noch ein paar Bilder vom Oktober in Lijiang, Yunnan.

Girl (by niklausberger)

Dragon Pool (by niklausberger)

Dr. Ho (by niklausberger)

Prayer Flags (by niklausberger)

Buddhist Monk (by niklausberger)

Dienstag, 2. Februar 2010

Mal wieder die Mauer

Am Sonntag war ich das erste mal in diesem Jahr auf der grossen Mauer. Strahlend schönes Wetter und schon fast frühlingshafte Temperaturen haben ebenso zum Erfolg des Ausflugs beigetragen wie das anschliessende Forellenessen. Natürlich habe ich auch die ganze Photoausrüstung mitgeschleppt. Wir waren diesmal wieder in Xiang Shui Hu, einem Stück Mauer dass ich for fast exakt zwei Jahren das erste Mal besucht hatte (siehe hier und hier für die Bilder von damals). Eine Diashow mit den neuen Bildern gibts hier.


Xiang Shui Hu Great Wall (by niklausberger)

Xiang Shui Hu Great Wall (by niklausberger)

Xiang Shui Hu Great Wall View (by niklausberger)

Dourène (by niklausberger)

Montag, 1. Februar 2010

Sportliche Allerhöchstleistungen

Wie hier bereits berichtet, hatte sich das Team "Experimentalphysik - BES III" mit meiner tatkräftigen Mithilfe für die Finals der internationalen Institut-für-Hochenergiephysik-Seilzieh-Meisterschaften qualifiziert. Diese haben heute stattgefunden und ich kann stolz verkünden, dass wir ungeschlagen (es wurden jeweils best-of-three Matches ausgetragen) die Meisterschaft an uns gerissen (hier ganz wörtlich gemeint) haben. Leider gab es diesmla keine Kleiderständer zu gewinnen, sondern nur Ruhm, Ehre und ein Diplom. Die Bilder von diesem Grossereignis folgen in Bälde.
Ich habe unterdessen begonnen, mich mental auf meine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2088 in Pyongyang vorzubereiten - offen ist noch, in welcher Dispziplin ich antreten soll; Vorschläge bitte in den Kommentaren deponieren; der beste wird mit einer Kanne warmes Cola mit Ingwer belohnt...

Nachtrag: Es gab natürlich doch einen Preis. Eben ist unser Temleader vorbeigekommen und hat mir feierlich eine grosse Packung mit einer Zahnbürste und einer Tube Zahnpasta überreicht. Hier in China wird Einsatz fürs Team halt noch belohnt...

Freitag, 29. Januar 2010

Sportliche Höchstleistungen

Neben der ganzen Photographiererei betreibe ich ja auch noch Spitzensport auf internationalem Niveau. Nach dem durchschlagenden Erfolg an den letztjährigeninternationalen Institut-für-Hochenergiephysik-Schwimmmeisterschaften war es nur natürlich, dass ich auch für das Experimentalphysik-Team der ebenso internationalen Institut-für-Hochenregiephysik-Seilziehwettbewerbe selektiert wurde (ich war mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort...).
Wie dem auch sei, unser Team hat sich mit meiner tatkräftigen Mithilfe (ich bin auch nicht mehr so leicht wie ich mal war...) für das Final am Montag qulifiziert. Drückt mir also die Daumen, ich fürchte ja, dass wiederum grossartige Preise auf die Gewinner warten...

Freitag, 8. Januar 2010

Nationalfeiertag

Ist schon eine Weile her, der 60te Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China. Unterdessen bin ich endlich dayu gekommen, die Photos auszusortieren. Viel von der Pardade haben wir nicht mitbekommen (ausser dem fliegen Teil), es war aber ein gemütlicher Tag im Park...


Paradin Planes (by niklausberger)

Airial parade (by niklausberger)

Per, Martin and the Flag (by niklausberger)

Security (by niklausberger)

Fireworks (by niklausberger)

Und die obligate Diashow (hauptsächlich Expats und Babies im Park...) gibts hier.

Freitag, 2. Oktober 2009

Donnerwetter

Gestern war der Nationalfeiertag und wir hatten es trotzdem ganz lustig. Stechschritt und Panzer und so sind ja nicht so mein Ding, aber gewisse Vorteile hat so ein Nationalfeiertag dann doch: Während vorgestern noch so richtig mühsamer, dicker Smog über der Stadt hing, gingen in der Nacht auf den 1. Oktober ein paar gezielt produzierte Schauer nieder und es ging ein leichter Wind; pünktlich um 10 verzogen sich die letzten grossen Wolken und es bliebe ein strahlend blauer Himmel, auch heute ist das Wetter noch perfekt. So was sollten sie hier öfter machen...

Mittwoch, 30. September 2009

Geschlossen

So, morgen10 gehts endlich los mit der Nationalfeiertagsparade (wird auf cctv.com gestreamt, für alle die, die kein Chinesisches Fernsehen haben). Unterdessen gibts sogar eine (Englische!) Liste der geschlossenen Strassen - und die ist kompletter als das Strassenverzeichnis jeder Strassenkarte. Auch wurden aus Serviced Apartments für gleich 14 Tage sämtliche Messer, Gabeln und Scheren entfernt und jedes Klohäuschen wird von einem Panzer bewacht. Es kann also nichts mehr schiefgehen. Ich werde bei Kollegen gemütlich brunchen und das Spektakel am Fernsehen verfolgen - und hoffe, so bis am 3. wieder zu Hause zu sein.
Vielleicht gibts dann auch wieder was zu bloggen. Meinen Lesern auf jeden Fall einen schönen ersten Oktober, 中华人民共和国万岁!

Dienstag, 22. September 2009

59.99 Jahre Volksrepublik

Bald ist der 1. Oktober da. Der denkwürdige Tag, an dem vor 60 Jahren Mao Zedong die Volksrpublik ausgerufen hat. Das wird hier mit einer grossen Parade gefeiert, und wie immer wird hier nichts dem Zufall überlassen. Sicherheit (vor was auch immer), wird gross geschrieben. Jede Brücke und Überführung wird 24 Stunden bewacht, für öffentliche Klos werden Panzer uns schwarze Männer aufgefahren (siehe hier), Tibet ist für Ausländer gesperrt; ebenso diverse Hotels in der Innenstadt von Beijing. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Parade auf Hochtouren; jedes Wochende wurde die Innenstadt in der Nacht komplett abgeriegelt (was mir den einen oder anderen interessanten Heimweg beschert hat) und es wurde geübt (Photos, die es rausgeschafft haben hier hier, hier und hier). In der Zufahrt zum Tian'anmen Platz wurde eine sehr detaillierte Strassenbemalung mit Anweisungen zur Aufstellung, Distanzen, Marschgeschwindigkeit etc. angebracht. Es hat sich aus rausgestellt, dass die Damen in Hellblau, die Millizionärinnen sein sollen, allesamt Models sind. Gelegentlich fliegen Kampjets in Formation über die Stadt. Alle Vernünftigen werden die Stadt am nächsten Wochenende für mindestens eine Woche verlassen, alle Unvernünftigen denken über Pläne nach, die Parade irgendwie live zu sehen. Ich werde in Beijing bleiben, mir das Ding aber im Fernshen reinziehen - kann ich für alle mit Übertragung auf jeden Fall empfehlen. Unterdessen geniesse ich die "Weihnachtsbeleuchtung" an allen Gebäuden entlang der Chang'an, die übungshalber jetzt auch schon jedes Wochenende an ist...

Parade instructions (by niklausberger)

Instruktionen für die Paradeteilnehmer (noch 50/45 Meter)

Old CCTV Tower (by niklausberger)

Das alte CCTV-Hochhaus

Tian'an Men (by niklausberger)

Tian'an Men

Army Headquarters (by niklausberger)

Das Chinesische "Pentagon"

Military Museum

Das Militärmuseum

Urban-Rural Trade Center (by niklausberger)

Das Urban-Rural Trade Center

Mittwoch, 26. August 2009

Die Welt ist ein Dorf ... und Beijing sowieso

Heute war ich mit Helmut und Timo in einem netten Siheyuan Lokal essen. Helmut organisiert enthusiastisch den Austausch von Mittelschülern aus Europa in China. Timo war heute frisch angekommen und mir kam die Ehre zu, ein Lokal für ein erstes Chinesisches Abendesssen auszuwählen und ein bisschen über Beijing und die vielen kleinen praktischen Fragen zu philosophieren. Als wir da so sassen, stand vom Tisch nebenan ein junger Chinese auf und kam auf uns zu - Gao Yan - einer derjenigen die damals 1996 mit der Delegation der Mittelschule Nr. 2 aus Beijing die Schweiz besuchten und bei mir zu Hause wohnte (ein Austausch, den auch Helmut organisiert hatte). Er hat isch unterdessen als Architekt einen Namen gemacht und wohnt in London. In Beijing weilt er zu Besuch für eine Reihe von Vorträgen; in das Lokal geführt wurde er von einem Türkischen Kollegen. Zufälle gibts, die dürfte es gar nicht geben(1)...

(1) Es gibt da allerdings auch einen Selektionseffekt - all die vielen Male, wo ich in Beijing was Essen war, und niemanden getroffen hab, fand ich nichts spezielles dabei...

Freitag, 21. August 2009

Internationale Institut für Hochenergiephysik Schwimmmeisterschaften 2009

Heute Morgen waren also die lange erwarteten Schwimmmeisterschaften an unserem Institut. Weil ich auch dabei war, haben sie dieses Jahr das erste Mal das Prädikat "International" verdient. Nachdem ich diesen Sommer jeden Tag wo es nicht geregnet hat, ich keine Aircon-Erkältung hatte, nicht Wochenende war und ich nicht verpennt hab fleissig meinen Kilometer geschwommen bin (total also sicher 12 Mal), hatte ich auch meine persönlich Schallmauer von 19 Minuten/km durchbrochen. Ich war also herausragend vorbereitet, auch wenn ich wegen einer Erkältung (hatte beim am Samstag Swing-Tanzen ein kleines bisschen geschwitzt und bin dann patschnass im Taxi mit Durchzug nach Hause gefahren) diese Woche mal wieder nicht in den Pool kam.
Wie auch immer, ursprünglich war ich ja mehr so als Kuriosität in der Experimentalphysik-Staffel vorgesehen, wegen eines Ausfalls durfte ich dann aber auch die 100m Brust (Kategorie unter 30 Jahre - so jung seh ich aus...) schwimmen, und habe überraschend für alle (am meisten für mich) mit einigen Bootslängen Vorsprung gewonnen. Einen Kleiderständer. Den ich nun gegen eine elektronische Waage getauscht habe - brauchen tu ich beides nicht, aber der Kleiderständer hat dem Vorbesitzer der Waage grosse Freude bereitet...
In den beiden Staffelrennen waren wir nicht extrem erfolgreich, trotzdem hat es für einen zweiten Platz über alles für die Experimentalphysik (und damit ein minzgrünes Handtuch für mich) gereicht.
Alles in allem also ein sehr erfolgreicher Tag, ich gehör entgegen gewissen Behauptungen noch nicht zum alten Eisen (und bin noch ledig... - Anfragen bitte mit Photo in der Kommentarsektion oder per Email direkt an mich). Das muss dann für dieses Jahr aber auch wieder reichen mit Sport - nächstes Jahr fahr ich wieder eine Woche Ski...

Montag, 17. August 2009

Swing!

Samstag Nacht war Swing-Konzert im 2 Kollegas. Eine gestylte Band, grossartige Musik und draussen Tanzen bis in die frühen Morgenstunden - was will man mehr? (Eine Dusche, bei über dreissig Grad draussen und 45 vor der Bühne...)

Swing at 2 Kollegas (by niklausberger)

Swing at 2 Kollegas (by niklausberger)

Swing at 2 Kollegas (by niklausberger)

Mittwoch, 12. August 2009

Billiard um halbzehn

Einer der grossen Vorzüge des Lebens in China ist, dass man draussen Billiard spielen kann. Während unseres Kollaborationsmeetings in Taiyuan haben wir diese Gelegenheit denn auch wahrgenommen. Wir bewiesen auch wieder mal das grosse Diktum des Yogi Berra, "In theory, there is no difference between theory and practice - in practice, there is" - Physiker können nicht notwendigerweise gut Billiard spielen. Das hat die ganzen Einheimischen aber nicht davon abgehalten, begeistert zuzuschauen.

Billiards is a social game (by niklausberger)

Billiards is a social game (by niklausberger)

Billiards is a social game (by niklausberger)

Dienstag, 11. August 2009

Fragen


  • Wer ist Dr. Natir?
  • Was macht der in Beijing?
  • Hat das was mit der Hitze zu tun?
  • Weshalb wurde hier so lange nicht gepostet?
  • Und wieso jetzt so was?
  • Sollte man das alles fragen?
Sachdienliche Hinweise nimmt die Kommentarsektion entgegen. Hinweise die irgend was mit der Wahrheit zu tun haben werden mit Entenfüssen bis zu zwei Tellern belohnt.

Freitag, 24. Juli 2009

Totale Sonnenauffressung

Wie sich unterdessen wohl auch in anderen Teilen der Welt rumgesprochen hat, war am Mittwoch in Zentralchina eine totale Sonnenfinsternis (oder eben 全日食, ganze Sonnenauffressung, wie das hier heisst). Ich bin da natürlich hingefahren und wie erwartet hat es dann auch wie aus Kübeln geregnet (genereller Klimahinweis: In Beijing regnets manchmal, südlich davon immer). Entsprechend habe ich auch keine Schutzbrille gebraucht...
Gelohnt hat sich der Ausflug trotzdem, nur schon wegen dem Abendessen mit Kollegen und einem längeren Spaziergang durch Shanghai (am Dienstag, vor dem Regen) bei über 40° C und 98.7% Luftfeuchtigkeit (andere Leute geben einen Haufen Geld aus für Sauna...). Und, man mag es kaum glauben, die Sonnenfinsternis ist auch im Regen eindrücklich - mitten im Tag wirds Stockdunkel. Die Bilder fangen das nur beschränkt ein, da der Dynamikumfang der Kamera da nicht hinreicht (technischer: in der Sequenz hab ich mal noch von 100 nach 1600 ISO gewechselt - die dunkleren Bilder sind mit höherer Empfindlichkeit aufgenommen).

Rainy solar eclipse in Shanghai

Und dann hat man doch tatsächlich kurz nach der Totalität die Sonne durch die Wolken scheinen sehen...

Rainy solar eclipse in Shanghai (by niklausberger)

Sonntag, 19. Juli 2009

Unpolitisch

Auf vielseitigen Wunsch heute mal wieder ein unpolitischer Post mit einigen interessanten (un komplett unzusammenhängenden) Beobachtungen aus dem Reich der Mitte:
  • Der Benzinklau geht weiter - diese Woche wurde bei mir im Hof eine Ambulanz (!) entleert.
  • In Chinesischen Speisewagen kann man selbst Lebensmittel mitbringen und kochen lassen - einer der Gründe, weshalb das Essen am Nachbartisch immer besser aussieht.
  • Man kann auch einen BigMaC gut aussehen lassen (hat mit China zugegebnermassen nix zu tun, ist aber trotzdem schön).
  • Es ist eigentlich zu heiss zum bloggen.
  • Diese Woche hat es ein paar mal richtig heftig geregnet.
  • 4000 Jahre Hochkultur haben in China nicht ausgereicht, um gewisse fundamental phyiskalische Wahrheiten zumindest empirisch zu erfassen; die Weisheit, dass man Abläufe aller Art jeweils an der tiefsten Stelle anbringen sollte, ist weder im Chinesischen Strassenbau noch bei meinem Spültrog angekommen. Führt bei Regen oder Abwasch jeweils zu kleinen Problemen.
  • Überhaupt scheint es gelegntlich Probleme mit der Gravitation zu geben im hiesigen Bauwesen, siehe auch hier.
  • Diese Woche gibts die längste totale Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert.
  • Ich fliege nach Shanghai, um mir das anzusehen.
  • Es wird da wahrscheinlich regnen.
Mehr, wenn ich mehr weiss....

Donnerstag, 25. Juni 2009

Gehirn abgeschaltet

Es ist heiss hier in Beijing, sehr heiss (hab ich glaub ich auch schon mal gesagt). Es muss irgend was thermodynamisches sein, wenn die Aussentemperatur über die Körpertemperatur steigt, dann ist mein Gehirn irgendwie nur noch begrenzt funktional. Das macht ja eigentlich nichts, denn der moderne Mensch hat js das Internet und Google zur Verfügung und muss nur noch in seltenen Ausnahmefällen selbst denken. Nur leider tut jetzt Google nicht mehr hier in China (zumindest die nichtchinesischen Versionen), und das fühlt sich echt an wie eine schwere Teilamnesie - das ganze Wissen ist noch da, ich komm aber nicht mehr dazu.
Die Sperre scheint übrigens im Zusammenhang zu stehen mit einer grossangelegten Kampagne, Pornographie im Internet auszurotten (Don Quichotte und Sysiphos builden ein "work team") - hierzu ein paar weise Worte von China Daily, dem Englischen Sprachrohr von Staat und Partei:
"Under the regulation, which will come into effect on July 1, websites that link to sex-related studies and research can be accessed only by health professionals and researchers." - man beachte auch, dass es nicht um die Sites mit der Information geht, sondern um die, die darauf verlinken (Google?) . "Google's English-language website google.com was not accessible for more than two hours last night on the Chinese mainland, days after the government ordered the US search engine to suspend part of its service to cut access to pornographic links." - bei mir gehts immer noch nicht... Und was meint das Sprachrohr der Partei zu den Ursachen? "There was no official comment." - Genau...
Und es ist ja so wichtig, dass die ganzen unschuldigen Chinesen vom Internet nicht korrumpiert werden - hier wo man in jedem Coiffeursalon gefragt wird, ob "small towel" oder "big towel"...

Dienstag, 23. Juni 2009

Heiraten!

Ich lebe ja nun schon bald zwei Jahre in China und bin immer noch nicht unter die Haube gekommen. Ein Zustand, den meine sämtlichen Chinesischen Bekanntschaften sehr beunruhigend finden; hier so in etwa in eine Standardkonversation, kann auch im Taxi oder in der U-Bahn mit Wildfremden vorkommen:
(nach der Frage woher ich denn komme, und weshalb ich in Beijing bin...)
- Wie alt bist Du denn?
- 31
- Bist Du verheiratet?
- Nein
(Blankes Entsetzen beschleicht den Fragesteller)
- Magst Du denn keine Chinesischen Frauen? Die können im Fall super kochen! Und sind auch sonst sehr gute Ehefrauen!
Hier wird das Gespräch dann schwierig - ich will ja nicht die Chinesischen Frauen, oder (noch viel schlimmer) die Chinesische Esskultur herabwürdigen - "noch nicht die Richtige getroffen" lässt in einer vollgepackten U-Bahn keiner gelten, "ich bin ja noch jung" wird als Hinweis auf Homosexualität verstanden; oft muss ich an diesem Punkt mangelnde Sprachkentnisse vorschieben, um ohne grösssere interkulturellen Schaden abzuwenden.
Um diesem unangenehmen Zustand abzuhelfen, bin ich am Sonntag in den Zhongshan (Sun Yat-Sen) Park gefahren, um mich am Heiratsmarkt mal umzuschauen. Sowas gibt es nämlich nicht nur in Nanjing (wo es deutlich organisierter ist...) sondern jeden Sonntag auch in Beijing.
Ich bin ja eigentlich auch der falsche um da hinzugehen; eigentlich läuft das so, dass die Eltern des/der Heiratswilligen sich mit einem Zettel mit Kurzbiographie da in den Park setzen, andere Eltern schauen sich die Zettel an und wenn man das Gefühl hat es passt, werden dann auch Photos ausgepackt. Ist auch das Aussehen in Ordnung (klein, dunkle Haare, dunkle Augen...) dürfen sich die Jungen dann vielleicht auch mal kennenlernen. Soweit zumindest das Prinzip. Bei den im Zhongshan Park Ausgeschriebenen handelt es sich offensichtlich oft um - na ja - schwierige Fälle: öfters sind sie sogar noch älter als ich; den Zetteln sieht man an, dass sie schon mehr als einen Sonntag draussen verbracht haben und es gibt auch welche, die mit dem PC geschrieben wurden, das Alter aber jedes Jahr neu von Hand hinzugefügt wird. Auch haben viele der Eltern die Hoffnung so gut wie aufgegeben, geniessen aber die netten Gespräche mit Gleichgesinnten und den schönen Park jeden Sonntag. Meine Traumfrau war auf jeden Fall nicht ausgeschrieben (oder ich konnte es nicht lesen...) und ich habe den Park verlassen, wie ich gekommen bin: unverheiratet.
Ich hab mir jetzt nochmals bis Herbst Zeit gegeben, selbst was zu finden; wenns bis dann nichts wird, kommen meine Eltern zu Besuch - die können dann mit einem Zettel und meinen Photos mal einen Sonntag im Park verbringen...

Wedding Market (by niklausberger)

Eine Auswahl von Inseraten

Wedding Market (by niklausberger)

Wie oft wurde das Alter wohl schon hochgesetzt?

Wedding Market (by niklausberger)

Experten (für was auch immer)

Wedding Market (by niklausberger)

Photos (kritisch) begutachten

Wedding Market (by niklausberger)

und noch die letzten Details zum Ehevertrag aushandeln...

Und hier gibts eine Diashow, wo sich in den Heiratsmarkt noch eine paar Blumen reingemischt haben (ich musste gelegentlich bösen Blicken ausweichen...).

Montag, 22. Juni 2009

Wetterbericht...

Und ich hab jetzt schon den Eindruck, es sei ein bisschen zu warm...