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Montag, 25. Januar 2010

Fischkopf zum Wochenstart

Zum Wochenstart gibts erst mal ein paar Fischköpfe - vom Fischmarkt in Tokyo.


Fishhead I (by niklausberger)

Fishhead II (by niklausberger)

Fishhead III (by niklausberger)

Sonntag, 26. April 2009

Kein Brot?

Ich liebe ja die Chinesische Küche in fast allen ihren Spielarten heiss, aber es gibt dann doch das eine oder andere, was manchmal fehlt. Weit oben auf der Liste ist anständiges Brot. Die Chinesen essen Mantou, das ist gedämpftes Brot und erinnert in Konsistenz und Geschmack an feuchtes Weissbrot ohne Rinde und zu wenig Hefe und Salz.
Zwei Erlebnisse in den letzten Tagen haben mir aber aufgezeigt, dass das wohl nicht einfach schlecht ist, sondern dass Brot irgendwie Teil der Sozialisation/frühkindlichen Prägung/kulturellen Identität ist und man da irgendwie drin steckt. (Falls es unter den Lesern welche gibt, die in ihrer Kindheit mehrere Brotkulturen erlebt haben würde ich mich auf einen Hinweis freuen, welche am Schluss hängengeblieben ist).
Also auf jeden Fall nehmen die Chinesen ihr Mantou sehr ernst, und obwohl sich das für mich alles etwas zu gummig anfühlt, gibt es auch hier Leute, die lieber die Aussenhülle (das Wort Rinde mag ich in diesem Zusammenhang nicht verwenden) als das Innere haben und umgekehrt.
Nun gibt es in Beijing ja ziemlich viele Expats unterschiedlichster Herkunft und man kann auch richtig gebackenes Brot kaufen (wenn auch vor allem am anderen Ende der Stadt). Weil ich nun schon mal an besagtem anderen Ende der Stadt war, hab ich mir da auch ein Baguette gekauft. Dabei war ich in Begleitung einer australischen Bekannten, die meinte, mein Baguette sei viel zu hart und sich ein in Plastik eingeschweisstes etwas kaufte, das in der Konsistenz an Mantou errinerte (etwas weniger elastisch). Nun, Baguette sollte nicht trocken sein, aber knusprig genug, dass wenn man es an einem Ende hält nichts abknickt. Eher als Witz sagte ich dann, stattdessen könnte sie ja auch ungetoastetes Toastbrot essen - worauf sie zu meinem grossen Schrecken sagte, dass sie das regelmässig machen würde.
Nun stellt sich natürlich die alte Frage, ob wir hier kulturimperialistisch eine überlegene Brotkultur postulieren wollen oder in tolerantem Relativismus darauf hinweisen wollen, dass China mangels Deutscher Eiche nie eine anständige Holzofenkruste hervorbringen konnte und das auch gut so ist. Ausnahmsweise tendiere ich ja zu ersterem: Zhou Enlai und Deng Xiaoping waren ja beide in den 20er Jahren als Werkstudenten in Frankreich - und beide haben bis zu ihrem Lebensende eine heimliche Liebesbeziehung zu den ach so bourgeoisen Croissants gepflegt. Es gibt eine schöne Geschichte, nach der Deng Xiaoping nach seinem Amerikabesuch 1974 in Paris einen Zwischenhalt einlegte, und 100 Croissants nach China entführte, um sie mit den überlebenden Werkstudentenkollegen zu teilen - und das während der Kulturrevolution. Gutes Gebäck überwindet eben Grenzen (wenn auch nicht den Ärmelkanal).

Freitag, 30. Januar 2009

Neujahr auf Chinesisch

In der Nacht vom 25. zum 26. Januar begann das Jahr des Ochsen. Etwas fahrlässig hatte ich dafür keinen Plan gemacht, und zog mit dem zu Besuch in Beijing weilenden Tobias einfach los, um ein Restaurant für ein Abendessen zu finden. Ich war etwas überrascht, wie wenig auf Beijings Strassen am frühen Abend los war und wie viele Restaurants geschlossen waren. Deshalb bewegten wir uns Richtung Guijie, eine der Ecken in Beijing mit der höchsten Restaurantdichte, in der Hoffnung, da was zu finden. In der Tat gab es einige offene Restaurants, wir fanden aber etwas noch viel besseres... Im "Free as a Bird", einem sehr hübschen Hofhaus-Restaurant, begann gerade die Neujahrsparty der Angestellten, als wir reinschauten um herauszufinden ob das Restaurant offen ist. Da ich im Sommer schon ein paar mal da war, unter anderem zur Schlussfeier der Olympischen Spiele, erkannten mich ein paar der Angestellten und luden uns zur Party ein. Damit hatten wir Gelegenheit, eine sehr Chinesische Feier mitzuerleben. Die Leute vom Free as a Bird stammen fast alle aus entlegenen Regionen Chinas (Tibet, innere Mongolei, Mandschurei, Guizhou...) und hatten keine Gelegenheit fürs Neujahr nach Hause zurückzukehren und feierten drum am Arbeitsplatz. Es begann mit einem grossen Festessen, wo insbesondere glückbringende Jiaozi und Fisch gereicht wurden. Dazu gabs zum Glück keinen Baijiu, aber eine andere Chinesische Delikatesse, nämlich Rotwein mit Sprite... Um acht begann dann die grosse Neujahrsshow am Chinesischen Fernsehen - ein gigantisches Potpurri von Farben, blinkenden Lichtern, Witzen und Gesang, das helfen soll, die Zeit bis Mitternacht zu überbrücken (normalerweise geht man hier ja früh schlafen). Auch wenn das Programm die ganze Zeit lief, schaute kaum jemand hin, stattdessen feierten wir erstmal den Geburtstag des einen Tibeters, dann gabs die grosse Verlosung (Bettdecken und ein Fahrrad als Preise), rote Umschläge (mit dem jährlichen Bonus) von der Chefin und zwischendurch wurde im Hof Feuerwerk abgefeuert. Wir spielten auch Karten, wobei wir nach langem herausfanden, dass die Regeln im wesentlichen unserem "Arschlöchle" entsprechen, mit dem Unterschied, dass der Verlierer einen weissen Papierstreifen ins Gesicht geklebt kriegt. Zwischendurch war die Stimmung auch etwas Melancholisch, wenn fast alle mit der Familie zu Hause telephonierten. Als dann Mitternacht endlich hereinbrach, ging das Feuerwerk richtig los - nicht ein zentral organisiertes, sondern Millionen Raketen die von überallher abgefeuert wurden. Nach einem glücksbringenden Congee und etwas Karoke (ich sang bei "Beijing Huaning Ni" mit und zusammen mit Tobias das "Buurebüebli") machten wir uns dann auf den Heimweg, wobei es etwa eine Stunde dauerte, bis wir ein Taxi fanden. In der Zwischenzeit wurde unvermindert weitergefeuerwerkt, es war etwas kühl, aber keineswegs langweilig...
Mehr Bilder von dem Abend gibts hier.


Courtyard (by niklausberger)

First Fireworks (by niklausberger)

Loosing at cardgames (by niklausberger)

Fireworks (by niklausberger)

Montag, 17. November 2008

So ein Kohl

Wenn man "Old China Hands", also all diejenigen, die vor Dengs Tour durch den Süden schon mal in Beijing waren, zuhört, so kommt das Gespräch ziemlich bald auf den Kohl. In der nicht so guten alten Zeit wurde im Herbst so ziemlich alles was Räder hatte irgendwie organisiert, um auch den letzten Winkel der Stadt mit Kohl vollzustapeln. Kohl war billig und nicht rationiert. Dieser bildete dann die Grundlage der Ernährung im Winter; es gibt ensprechend eine reiche Tradition von Gerichten aus leicht bis schwer vergorenem Kohl.
Heutzutage ist alles ein bisschen anders, Kohl ist ein ziemlich unbeliebtes Nahrungsmittel, weil man sich ja jetzt was anderes leisten kann. Aber immer noch kommt im Herbst der Kohllaster ins Institut - und die Leute kaufen mehr, als in einen Kühlschrank reinpasst.

Cabbage (by niklausberger)


Cabbage (by niklausberger)

Cabbage (by niklausberger)

Cabbage (by niklausberger)

Montag, 1. September 2008

Usbekisch essen

Wie jede Grossstadt, so bietet auch Beijing Essen aus aller Herren Länder. Am Samstag hats geregnet, drum war nichts mit draussen essen. Stadtdessen waren wir in einem neuen Usbekischen Restaurant namens Shash (jetzt, wo wir wegen Olympia alle wissen, wie die Usbekische Nationalflagge aussieht, war das irgendwie naheliegend...). Usbekisches Essen ist abwechlungsreicher und weniger schwer als Russisches und man kann auch Vodka dazu trinken. Aber das Beste war das Lokal. Schon die Lage neben dem St. Angel Hotel (wer kam da wohl auf den Namen?) ist toll...

Saint Angel Hotel

Innen gibts Usbekische Livemusik und ein Interieur, wo "opulent" noch understatment ist...

At the Uzbek Restaurant

At the Uzbek Restaurant

At the Uzbek Restaurant

Samstag, 5. Juli 2008

Fischkopf

Bisher war ich ja immer der Meinung, dass ich die Fischköpfe besser den Chinesen überlasse und mich bei den Fischen auf die Filets konzentriere. Gestern hat mich nun Dominic überredet (oder hab ich mich wieder mal selbst eingeladen?), mit ein paar Arbeitskollegen von ihm Riesenfischkopf essen zu gehen. Es gibt da eine Restaurantkette in der Stadt, die sich auf Riesenfischköpfe spezialisiert hat. Nun, ich hab ja keine Ahnung, was für Fische das sind, wo der Kopf alleine 3.5 kg wiegt. Aber gut sind sie. Der Kopf kommt in einem Sud mit viel Chili und Knoblauch und es gibt Fladenbrot zum tunken (ist das Deutsch?). Und es ist nicht nur Knochen, sondern auch richtig viel Fleisch (Fisch?) dabei. Die Backen alleine waren von der Grösse wie Forellenfillets. Wegen Sintflutartigen Regenfällen hatte ich keine Kamera dabei. Falls aus Dominics Photos was geworden ist, werde ich die bei Gelegenheit hier posten.
Auf jeden Fall wieder mal eine kulinarische Entdeckung, die einmal mehr lehrt, dass man nie ohne Grund "ess ich nicht" sagen soll...

Donnerstag, 8. Mai 2008

Sushi bei Subu

Vor der Oper erst mal was essen: Abendessen bei Subu, der neuesten Spross des Lan-Imperiums, dänisches Design, stark beinflusst davon, wie man sich in den 60-70ern das Interieur von Raumschiffen vorgestellt hat (siehe de Szene in der Raumstation in Kubricks 2001). Von den Private Dining Rooms, jeder ein Space-Pod mit anders gefärbter Polstreung, ist mir leider kein Photo gelungen...

Subu


Yu essen gibts Sushi und Sashimi sowie irgendwie japanisch inspiriertes chinesisches Essen (weniger ölig und schöner angerichtet als üblich) - gut und für hiesige verhältnisse extrem teuer (also etwa wie Pizza in Zürich).

Sushi


Das ganze befindet sich übrigens im Seasons Place, einer dieser Luxus-Malls mit dem x-ten Louis Vuitto Laden und auch sonst nur Dingen, die einem vergessen lassen, dass man sich im Land der unbegrenzten Fälschungen befindet. Anders als etwa Shing Kong Place war diese Mall auch noch ziemlich ausgestorben... Läden in denen fast nichts verkauft wird und fast niemand der was kauft... Die Architektur ist dafür ziemlich gelungen.

Seasons Place
Seasons Place

Freitag, 14. September 2007

Kafei

Heute habe ich zum ersten mal unser Instituseigenes Cafe auspropiert. Ja, das gibt es. Das Institutsgebäude ist als ganzes sehr repräsentativ, viel Grantit, Chromstahl und Marmor und ein imposantes Treppenhaus (alle benützen aber lieber den etwas weniger imposanten 4-Personen-Lift). Mein Büro ist im Moment ein Abteil in einem Grossraumbüro im 6. Stock. In meiner Ecke gibt es vier Abteile - eines hab ich inne, zwei harren der Leute, die noch kommen mögen. Im vierten Abteil sind seit gestern zwei Mädchen untergbracht, die entweder schlafen oder miteinander flüstern. Irgendwie (Englisch scheint nicht der Weg der Wahl zu sein) muss ich ihnen noch beibringen, dass man in meiner Anwesenheit auch laut sprechen kann - ich versteh ja sowieso nix. Irgendwann werde ich dann in den 4. Stock umziehen, in ein 2-Personen Büro.
Eigentlich wollte ich ja was zu unserem Cafe schreiben: Das befindet sich ganz oben, im 7. Stock, und ist ebenfalls sehr repräsentativ (Granitboden, 4 künstliche Gummibäume, elegante Sofas, geschwungene Glastische etc.) und während vier Stunden am Morgen und zweier am Nachmittag bedient. Ich hab schon ein paar mal reingekuckt, war aber bis auf die Bedienung immer leer. Heute hab ich mir dann einen Kaffee geleistet (ja, die haben eine Espressomaschiene - extra für mich eingeschaltet). Ich wurde von der Bedienung freundlich und zweisprachig darauf hingewiesen, dass der Kaffee nicht besonders gut sei. Hat sich dann auch bewarheitet. Sie hat aber auch nur 80 Rappen statt der 2.40 auf der Karte verlangt. Es ist mir seither aber keineswegs klarer, wozu dieses Cafe dient - ich werde es mir aber wohl zu eigen machen, gibt es da doch auch gekühlte Softdrinks und Tee. Wenn ich oft genug hingehe, treff ich ja vielleicht auch mal noch einen andren Kunden...

Dienstag, 11. September 2007

Shitang Tester

Nachdem ich gestern das Institusrestaurant getestet hatte, gab es heute die Gelegenheit, die Mensen in der Umgebung zu testen. Das geht nicht so ohne weiteres, denn man is(s)t hier mit Karte. Ich hab jetzt auch eine. Nun denn, zum ersten ist da die Institutsmensa. Eine ziemlich grosse Halle mit der Atmosphäre einer Grossschlachterei. Aber sehr gut geeignet für Sprachblockierte wie mich; man nimmt sich so ein Tablett mit diversen Vertiefungen (aus Chromstahl, erinnert etwas an den Zahnartzt), geht an den Schaltern vorbei und zeigt, was man gerne hätte. Dann hält man seine Karte gegen so einen Apparat und der Betrag wird abgezogen. Beim Reis darf man noch zwischen der 0.5 und 1 Yuan (8 oder 16 Rappen) Portion wählen. Das Essen war nicht grossartig, aber OK - in Europa guter Mensadurchschnitt. Heute Abend wurde ich dann von einem chinesischen Kollegen namens Li (ich will ja keine Klischees verbreiten...) in die Mensa der Graduate School eingeladen (da braucht man wieder eine andere Karte), da ist es etwas freundlicher und so bei der ersten Stichprobe war auch das Essen wirklich gut. Li scheint fast alle Doktorandinnen da zu kennen und so hatte ich erstmals hier eine Mahlzeit mit gemischtsprachiger Konversation und ich frage mich, ob ich die Chinesen besser nicht verstehe wenn sie Englisch oder wenn sie Chinesisch sprechen (und umgekehrt sinngemäss). Eine meiner Arbeitskolleginnen muss/darf nächstes Jahr nach Darmstadt (wieso auch immer) und will mir gegen ein paar Deutschstunden ein paar Chinesischstunden geben. Passt doch.
Als nächstes wollen sie mich in den Park schleppen zum "Tanzen" - mal schauen was da getanzt wird...