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Sonntag, 11. Januar 2009

Es muss gespart werden

Hier mal wieder was Neues aus der wunderbaren Welt der Expats in Grossunternehmen. Gestern war ich auf der Abshiedsparty eines Kollegen, der für ein grösseres Deutsches Unternehmen hier gearbeitet hat, bei dem auch verschiedene andere Kollegen hier arbeiten. Bei diesem Unternehmen kriegt man etwa drei meiner Monatslöhne um sich in Beijing eine Wohnung mieten zu können (was nicht besonders viel ist, gewisse Amerikaniscehe Unternehmen zahlen 30-60 meiner Löhne, damit sich die Mitarbeiter ein Haus mit Garten mieten können). Für dieses Geld kann man sich dann bei einem von zwei empfohlenen Agenten eine Wohnung suchen. Falls die Wohnung weniger kostet, so hat man bisher die Hälfte der Einsparung ausbezahlt gekriegt. Wegen der Wirtschaftskrise wird die Differenz nun nicht mehr ausbezahlt. Drum suchen sich jetzt all die Mitarbeiter besagter Firma entweder eine grössere Wohnung oder doch zumindest einen Vermieter, der mehr Mietzins nimmt und dafür einen guten Kickback bezahlt (schon bisher eine sehr gängige Praxis). Damit spart die Firma mit ihrer Massnahme wohl nicht wirklich was, ganz im Gegnteil... Einerseits ist es ja löblich, dass zumindest eine Firma versucht, den angeschlagenen Beijinger Wohnungsmarkt zu stützen. Andrerseits ist es schon sehr erstaunlich, wie in grossen Firmen immer wieder offensichtlich idiotische Entscheidungen getroffen werden obwohl Hundertschaften in den Hauptquartieren sitzen und nur dafür bezahlt sind, genau solche Dummheiten zu vermeiden.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Echtes Handwerk

Gestern habe ich neben einer DVD auch mal wieder CD's gekauft; die sehen irgendwie echt aus, kosten 22 Yuan (3 Franken) und kommen immer als Doppel-CDs. Wenns von einem Künstler erst eine CD gibt, wird gnadenlos gemischt, z.B. Duffy und Amy Winehouse. Das Beste sind aber die Hüllen. Es gibt nicht den üblichen Plastic, der zerbrechlicher ist, als Glas (wer von uns hat eine CD-Sammlung mit intakten Hüllen?), sondern Holz. Na ja, Pressspan. Aber aussen furniert mit etwas, das wie Mahagony (oder ein Photo davon) aussieht, und innen weiss laminiert. Alles in allem ein nettes Stück Handwerk. Einzig der Lösungsmittelgestank ist etwas unangenehm...

Dienstag, 10. Juni 2008

Altlasten

Ich habe noch ein paar photographische Altlasten von vor meiner Europatournee abzutragen. In den Tagen vor meiner Abreise war ich nämlich mal wieder auf dem Dongjiao-Markt und hab mit einer neu nach Beijing gezogenen Bekannten Papierkörbe und Besteck gekauft und auch ein paar Photos geschossen. Hier wie immer die Flickr-Slideshow.

Dongjiao Market (by niklausberger)

Dongjiao Market

Etwas für mich war dann auch noch dabei; die beiden Schilder hatten es mir angetan und können unterdessen in Unterseen besichtigt werden. Und eine "Republic of Suriname" Tasse kann man nun wirklich immer gebrauchen.

Dongjiao Market

Zwei Tage später kam ich zufällig vorbei, als beim neuen Sanlitun Shopping Center der Bauzaun weggeflext wurde. Im Abendlicht gab das ganz nette Bilder (mehr bei Flickr).

San Li Tun Fence Removal (by niklausberger)

San Li Tun Fence Removal (by niklausberger)

Was da dann reinkommen soll, wenn es mal fertig ist (das Entfernen des Zaunes täuscht nicht wirklich über das Fehlen jeglichen Innenausbaus hinweg), beginnt sich auch schon abzuzeichnen..
San Li Tun Fence Removal (by niklausberger)

Sonntag, 27. April 2008

Unser heutiges Sonderangebot: Harry Potter und mehr

Für unsere verwöhnte Kundschaft aus aller Welt haben wir heute im Angebot: Eine Harry-Potter-Uhr plus fünf Batterien, Marke "Penesamig" - nur 10 Yuan Renminbi. Käufer seien jedoch gewarnt: Die Batterien passen nicht in die Uhr...

Sonntag, 28. Oktober 2007

Bim Guafför

ch bin zwar immer noch tief davon überzeugt, dass ausreichend Haare Ersatz für eine Frisur sein können. Aber wenn ich mir einerseits Sorgen um meine Aussicht machen muss und andrerseits in einem kommunistischen Land als Linksabweichler verdächtigt werde, dann muss man da ran. Irgendwie war da mein interkultureller Drang doch nicht ganz so stark (und mein Putonghua-Vokabular etwas gar schwach), so bin ich dann in einem westlich angehauchten und auch von Westlern stark frequentierten Salon gelandet. Wahrscheinlich ist es auch einer der teuersten der Stadt - am Schluss hat mich die ganze Geschichte 30 Franken gekostet...
Dafür war alles sehr gepflegt, inkl. Garderobendame, Auswahl an Getränken, Atmosphäre und auch die Englischkentnisse des Stylisten (Senior Hairstylist stand auf der Visitenkarte). Beim Haarewaschen mit dabei sind 20 Minuten Kopfmassage, das half mir, zu entspannen - beim Haareschneiden muss ich die Brille ausziehen und fühle mich dann immer etwas verloren und ausgeliefert. Der Haarschnitt selbst war angenehm und erfolgreich (ich seh wieder was). Was es in dem Salon auch gab - und was ich in Beijing bisher noch kaum sah - waren ausländische Magazine. Aussehen und Alter nach werden die auf einem Kamel über die Tadschikische Grenze eingeschmuggelt. Ich las also über David Beckhams Pläne, in L.A. Fussball zu spielen (wie gesagt, die Magazine waren nicht mehr ganz son neu) und fragte mich, wieso ich westliche Magazine überhaupt vermisse.
Mit neuer Frisur und dem Drang nach weiterem westlichem Luxus (einem Salat!) setzte ich mich dann in eine Pizzeria in der Gegend und hatte auch seit langem mal wieder ein Glas Rotwein. (Geschichte hat keine Moral.)

Freitag, 12. Oktober 2007

Geld zählen

Zu den kleinen Merkwürdigkeiten hier zählt die Tatsache, dass es Banknoten nur bis 100 Yuan (~16 Fr.) gibt, gleichzeitig aber fast alles auf Bargeld beruht. Entsprechend dicke Packen habe ich am Flughafen beim Geldwechseln erhalten. Nun gibt es zu den vielen 100-Yuan Noten zwei Merkwürdigkeiten: Erstens scheint niemand zu glauben, dass sie echt sind - also mindestens Reiss- und Reibtest sowie Wasserzeichen schauen für jede einzelne Note. Und dann muss man die Dinger natürlich zählen. Wenn immer möglich maschinell. Dafür gibt es diese Banknotenzählmaschienen, wo man die Noten oben reinschiebt, die Dinger gezählt werden und unten wieder rauskommen. Weils so schön schnell geht, macht man das auch immer mindestens drei Mal. Heute wurde das nun auf die Spitze getrieben, als ich in der Mensa meine Bezahlkarte aufladen wollte, mit 100 Yuan (1 - in Worten: Eine - Banknote). Die eine Note wurde ebenfalls dreimal gezählt - und es kam konsistent eins raus. Da war ich doch sehr froh. Und mit diesen 16.- Fr. kann ich jetzt wieder einen Monat lang essen gehen.

Yuan

Dienstag, 2. Oktober 2007

Original DVD!

Wegen dem grossen Kabelknoten konnte ich noch nach Sanlitun fahren, meinen westlichen Salat essen und etwas einkaufen. Hab mir (für fast 60.-) den gesammelten Woody Allen (44 DVDs) erstanden - in einer eleganten Box. Und noch ein paar andere Filme dazu - der Winter kommt ja bald. Dabei war auch House of Flying Daggers (ehret einheimisches Schaffen). Da meinte der nette Händler, diese DVD koste doppelt so viel (~ 3 Fr.). Da habe ich gefragt weshalb und er meinte nur, das sei halt so, weils ein Original sei. Auch eine Art, die Leute Hollywood in die Arme zu treiben...

Sonntag, 23. September 2007

Einmal Haushalt, bitte!

Berichte zu Freitag und Samstag liegen auf meinem Bürocomputer, ich konnte sie jedoch nicht abschicken, weil ein Link von Benno die grosse Feuermauer so in Aufregung versetzt hat, dass gleich das ganze Institut vom Netz weg war (vielleicht wars auch einfach ein Technisches Problem - so was gabs am DESY ja manchmal auch).

Heute war wieder Sonntag, Einkaufstag (hier ist Sonntags jeweils länger offen - das Paradies der Werktätigen; auch so ein Segen des Kommunismus). Heute wollte ich mir Geschirr und mindestens eine Lampe kaufen - wo geht man hin für sowas? Richtig, auf den Blumenmarkt. Ich war also auf dem Laitai Flower Market, den da gibts so was. Nicht ohne vorher noch beim Griechen (na ja, so richtig griechisch sahen die ja nicht aus) einen Salat zu essen; einmal die Woche braucht der laowai frisches Grünzeug... Und draussen sitzen kann man da auch; bei den chinesen gibts draussen nur in sehr einfachen Beizen. Ach ja, einkaufen. Bin einiges hin und her gerannt zwischen Ständen, hab keine Blumen gekauft und musste alles irgendwie so managen, dass ich es am Schluss noch zum Taxi tragen konnte. Es gab also sechs Sets Geschirr (~60.-), sechs Sets Gläser (30.-) und eine fast echt antike Lampe (50.-) - hier auch gleich abgebildet (und bevor die Kommentare kommen: jetzt brauch ich ein Tischtuch).

Danach hab ich ein Taxi zurückgenommen. Nun, Sonntag Abend ist halt eben nicht so friedlich (Paradies der Werktätigen, schon bald jeder auch Automobil) und so hab ich mich 45 Minuten für 20 km rund um die Stadt stehen lassen - hat dann auch fast 10 Fr. gekostet. Habe testweise ein paar Foto-Prints bestellt (auch nicht sooo teuer) und dann im Supermarkt noch eine Pfanne, einen Wok, zwei Messer, Kellen, Gabeln und Löffel, zwei Schüsseln Putzzeug, Salz und drei Flaschen Cola gekauft (30.-). Jetzt hab ich eigentlich ausser Pesto oder Pelati alles beisammen, um mir mal einen ruhigen Pasta-Abend zu machen. Für so was exotisches muss ich dann wohl zu Carrefour, aber da wollt ich eh mal hin (Peugot-Pferffermühle!), ist ja auch nicht so weit (20 min Taxi?).

Fürs nächste Mal ist also entweder Carrefour dran oder aber irgend was touristisches für die Tischwäsche oder vielleicht doch Ständerlampen? Wie dem auch sei, so alles in allem komm ich mit meinem Nationalfondsstipendium ganz gut durch, nur der Container, um den ganzen Plunder nach Europa zu schaffen muss ich mir wohl noch zusammensparen.

Sonntag, 16. September 2007

DVD!

Unvergesslich bleibt meine erste Reise nach China 1997, wo wir uns ganz stolz in Hinterhöfe schleppen liessen, um kopierte CDs (das war noch vor MP3...) und Software zu kaufen. Auch hier hat sich vieles getan; vom CDs kopieren lebt wohl kaum einer mehr, Software ist auch nicht mehr was sie einmal war (Windows Vista will ich weder original noch kopiert). Aber zum Glück gibt es ja DVDs. Die kauft man hier im Laden, für 1.60 oder so das Stück, nett verpackt, nicht mehr in diesen Plastictüten. Und besonders schön, es gibt boxed sets, zum Beispiel der gesammelte Kubrick oder Hitchcock oder Monthy Phyton 14 DVDs lang...

Habe schon etwas weniger Angst vor den langen Winternächten, wenn das mit dem Teppich auch noch klappt, sogar ohne kalte Füsse.

Vorhänge

Samstags war ich in SanLiTun unterwegs, das ist eine Gegend östlich vom Zentrum, wo die Westler-Dichte etwas grösser ist als hier bei mir draussen. Hab mir dann auch ein richtiges Stück Fleisch gegönnt... Vor allem aber war ich einkaufen, insbesondere habe ich mir Vorhänge nähen lassen. Dazu bin ich in so einem touristischen Markt zu einem Schneiderladen, habe was von Curtains gesagt, auf einen Stoff gezeigt und die Masse angegeben und 60 Fr. bezahlt; "will be ready in an hour". Bereits aufgehängt und hab mich auch nicht vertan mit den Massen. Hier die Bilder, einmal offen, einmal zu:

Die 60.- waren übrigens für vier solche Fenster...

Mittwoch, 12. September 2007

Spending spree

Seit heute bin ich offiziell registrierter Auslandschweizer. Nach dem Besuch der Botschaft und einem Espresso im Botschaftsviertel habe ich mich so westlich gefühlt, dass ich in einem "normalen" Laden ein paar Hosen zu westlichem Preis gekauft hab. Anschliessend wollte ich im Supermarkt bei mir vis-a-vis noch Batterien für meinen Wecker kaufen (zum etwa gleichen Preis wie den Wecker) und bin dabei auf Papierkörbe gestossen und hab auch gleich zwei davon gekauft (je 90 Rappen). Die beiden Schönheiten sind unten abgebildet, und Du lieber Leser, darfst abstimmen welcher Dir besser gefällt (dazu musst Du eventuell auf den Titel des Artikels klicken, damit die Abstimmung sichtbar wird). Den werde ich dann in mein Bad stellen... Die Aufschrift auf dem nicht-Smiley Papierkorb ist "Please keep environment clean" - keine schlechte Idee; die Sichtweite ist unterdessen auf unter einen Kilometer gefallen.


(Abstimmung beendet - Smiley hat gewonnen)



Sonntag, 9. September 2007

Golden 5 Star Market

Heute Nachmittag habe ich mir ein Taxi geleistet und mich in die Nähe vom Golden Five Star Market fahren lassen. Laut meinem Guide soll man da so ziemlich alles kaufen können. Nach einem längeren Spaziergang durchs Quartier, in dem Westler wohl immer noch einen gewissen Seltenheitswert haben (so den erstaunten Blicken nach - vielleicht hab ich aber auch bei den vorherrschenden 35 Grad für die Chinesen gerochen wie ein Walrossrülpser) habe ich diesen Markt dann auch gefunden. Es handelt sich um eine ziemlich grosse Halle, in der es nochmals fünf Grad wärmer und im Gegensatz zu draussen auch noch feucht ist. Hat man sich erstmal an das etwas schummrige Licht gewöhnt, erkennt man tausende von einigen Quadratmetern grossen Ständen, von denen sich jeweils mehrere Dutzend auf ein Sortiment von Schuhen, Kleidern, Bettwäsche, Elektronik, Wasserhahnen, Vorhängen etc. eingeschossen haben. Nach einigem hin-und herwandern hab ich mir dann vier Badetücher (Gegenwert von 5.50 Fr.) und ein elegantes Bettwäscheset (immerhin 40.- für zwei Kissenüberzüge, Duvetanzug und Leintuch) sowie einen Wecker (1.20.-) gekauft, bevor ich an die (auch nicht so) frische Luft geflüchtet bin. Wenn ich sicher bin, dass ich meine Wohnung behalten kann, fahr ich da wieder hin, um mich komplett mit Pastellfarben und Blümchenmuster zu umgeben - und so einen Braungelben, unglaublich tiefen Teppich muss ich auch haben (bei dem Preis vielleicht auch einfach als Schmutzschleuse?). Die Gefahr besteht allerdings, dass ich bei etwas tieferen Tempereturen da drin übermütig werde - irgendwie wirds schon ins Taxi passen.